Ein Googledicht

Ich mache mir Sorgen.

Was läuft heute im Fernsehen?

Ist die Welt noch zu retten?

Ich denke also bin ich.

Mein Lieblingsladen.

Ich esse zu viel.

Was soll ich studieren?

Ich mag keine Menschen.

Mein Albtraum ist wahr geworden

Partys sind langweilig.

Mein Ego ist zu groß.

Was kommt in die Schultüte?

Und dann kam Polly.

Was tue ich gegen Obstfliegen?

Nein bitte nicht, das tut so weh Oma!

Hör auf Google.

Ich mache niemals Vorhersagen und werde das auch niemals tun.

Danke Google.

0 Kommentare

SCHÖNES WETTER!

"SCHÖNES WETTER!" schreie ich, während ich wie ein in den Winterschlaf gefallenes Eichhörnchen aus dem Bett zu steigen versuche. "ES IST SCHÖNES WETTER!" Ich bin eine sehr gute Tatsachen-Beobachterin. Und was heißt dieser laute Freuden-Feststellungs-Ruf nun übersetzt? "SCHÖNES WETTER!" heißt so viel wie: Oh, schau an, die Sonne scheint ausnahmsweise mal in dieser doch sehr regnerischen Region/Zeit/Periode und demnach sollten wir unsere wohlgeformten Körper aus dem geschlossenen Zimmer raus auf die offene Straße bewegen. Flanieren, spazieren, genießen, Vitamin C tanken. Ich selbst sehe das Aufkommen des gelben Balls gerne als Anstoß zur Aktivität. Vor allem am Wochenende, da dies eine Zeit ist, in der ich mich teilweise so gut wie gar nicht bewege. Als Ausgleich zum bewegungsintensiven Bürojob sozusagen. "SCHÖNES WETTER, RAUSGEHEN!" rufe ich erneut. Neben mir im Bett: Ein Exemplar von Mensch, das diese unbändige Freude nicht nachvollziehen kann. Nicht im entferntesten. Somit reagiert es nicht auf mein lautes Rufen, das vielleicht auf ein wenig an Gebrüll von Pavianen erinnert. Die freuen sich bestimmt auch über die Sonne. "SONNE! DIE SONNE SCHEINT!" Immerhin poste ich es nicht auf Facebook, sondenr behellige nur die umliegenden Menschen mit meiner panischen Euphorie. Denn Panik kommt auf, weil ich mir selbst Druck mache. Druck, diesen lichten Moment voll auskosten zu wollen, da niemand genau weiß, ob nicht am nächsten Tag die Welt untergeht. Das soll sie ja laut diversen Prognosen sowieso alle paar Monate, von daher ist meine Panik durchaus berechtigt. Ich würde mich unendlich schuldig fühlen, der Sonne und dem ganzen Universum gegenüber, wenn ich jetzt nicht schnell meine Turnschuhe anziehe und raus gehe. Denn wenn ich schon mal so ein Wetterchen geliefert bekomme, wer wäre ich, es nicht reumütig anzunehmen und ihm auf Knien zu danken? Dem Grummeln neben mir nach zu urteilen, gibt es Menschen, die das anders sehen. Die Reaktion von Grummel-Bert (offizieller Name des Menschenexemplars): Nichts. Keine Euphorie. Noch nicht einmal Beachtung bekommen die Sonnenstrahlen von ihm. Und mir schießt gleich die dämonische Rache vom Sonnengott XYZ durch den Kopf, der bestimmt schon einen Plan schmiedet, wie er uns Unwürdige wegen Missachtung zum Schafott führen kann. Metaphorisch natürlich. "ES IST GUTES WETTER! WIR MÜSSEN RAUSGEHEN!" rufe ich und werde sofort via Arm-Attacke stumm geschaltet. Diesen subtilen Hinweis begreife sogar ich. Ich muss zugeben: Es ist Sonntag (SONN!), das Bett ist äußerst bequem und am Wochenende bin ich theoretisch von allen Aktivitätspflichten entbunden. Trotzdem keimt eine kleine Sonnenblume in mir, die nach draußen umgetopft werden möchte. Weil schönes Wetter ist, hatte ich das schon erwähnt? Sonne hin oder her – Grummel-Bert möchte zwar rausgehen, spürt aber keine akute Panik. Keinen Druck, sofort das Haus zu verlassen, nur weil der heiße, gelbe Ball mal "Hallöle" sagt. Ist vielleicht auch ganz okay, so eine Einstellung. In meiner Hektik hätte ich wahrscheinlich sowieso die Sonnenbrille vergessen und wäre beim Anblick des seltenen, hellen Sterns wohl erblindet. Dann drehen wir uns eben noch mal um.

0 Kommentare

Bookmark me

Speichere mich.

Richte ein Lesezeichen ein.

Habe unbegrenzten Gedankenzugriff.

Erinnere dich an Dinge, die du vergessen hast.

Sammle neue Informationen, horte sie.

Hörst du das Klicken, das Tippen?

Drücke Enter.

Kommst du zurück?

Entfernen ist eine Option.

Bitte kein Rechtsklick.

In bin in deiner Liste.

Bin ich ein Platzfresser?

Kein Virus kommt an mich heran.

Administrator – Du

Gibt es Updates? Wird es sich verändern?

Mach mich schein-permanent.

Reicht dir das?

Reicht mir das?

0 Kommentare

Hickhack

"Et es wie et es" lautet das erste Kölsche Grundgesetz. Falls jemand eine Übersetzung braucht: Es ist wie es ist. Schön, diese Akzeptanz der unveränderbaren Realität und das Hinnehmen eines jeden Übels. Dieser Satz zeigt mir beim Lesen jedes Mal wieder, dass ich definitiv NICHT in Köln aufgewachsen bin. Manchmal fehlt mir etwas von dieser lockeren, freimütigen und sorgenlosen Mentalität.

 

"LKHlasdjflkshrgjklglsjfgllkegjfklö!!" denke ich mir in letzter Zeit recht häufig. Falls jemand eine Übersetzung braucht: Es ist wie es ist und das ist Mist. Wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie es sollten, dann kriechen sie mir unter die Haut. Sie nagen so lange an mir, bis ich meine scheinbare Gleichgültigkeit ablege und innerlich vor Aggression glühe. Mal mehr mal weniger stark. Besonders stark ist das Glühen beim diffusen Richtungswechsel meiner Lebenslagen. Mal hier, mal da, immer wunderbar. Da hat man gerade das Gefühl, das Steuer des kleinen Gebrauchtwagens fest in der Hand zu haben, mit dem man durch die Wege seines ach so spannenden Lebens cruist und dann schallt einem das Navi um die Ohren und zwingt einen zum Umdrehen. Mitten auf der Autobahn. Aber was soll man auch sonst machen? Schließlich gibt das Navi hier die Anweisungen. Das Navi hat die Kontrolle. Oder womöglich nicht das Gerät selbst, sondern die bösartige Seele, die darin wohnt, und mit ihrer einstellbaren Stimme die Richtung angibt.

 

Mehr Metaphorik kann ich gerade nicht, also lieber schön straight: Mich nervt es, wenn Dinge klar zu sein scheinen und dann wieder ins Unklare gezogen werden. Wenn Anweisungen einen erst nach links und dann nach rechts leiten. Da fühlt sich mein innerer Kompass ziemlich verstört. Schon wieder in die Metaphorik abgerutscht. So ein Mist.

 

Was also tun, wenn der eine "Hüh!" und der andere "Hott!" sagt? Beides machen? Nichts machen? Auf jeden Fall das Falsche machen? In einer Welt, in der ziemlich viele widersprüchliche Erwartungen auf einen einprasseln und man tagtäglich den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden muss, fällt es schwer, das Navi stummzuschalten und mal auf die eigene bösartige Stimme zu hören. Obwohl sie vielleicht noch nicht so reif, weise, erfahren und weitere schöne Adjektive ist, so hat sie auh ihre Berechtigung. Und liegt damit manchmal gar nicht so falsch. Also: Keep calm and avoid hickhack. Mach' lieber 'nen Flickflack (Mit dem Reimen sollte ich es wohl auch besser lassen).

0 Kommentare

Nichts ist schon ganz schön viel.

Ich bin mit einem ganz besonderen Talent gesegnet: Ich kann mir über scheinbare Nichtigkeiten die ausschweifensten Gedanken machen. Und das meine ich nicht wirklich positiv: Passiert mir etwas, mach ich einen Fehler oder ist sonst etwas Negatives vorgefallen, kann ich mich gedanklich sehr gut in das Geschehene reinsteigern. Oftmals hat das, über das ich mir Gedanken mache, beinahe keine Auswirkungen auf mich, meine Arbeit oder mein Leben. Und doch: Ich schaffe es, mich stunden- oder auch tagelang mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich analysiere, ich überlege, ich blicke zurück, ich schäme mich, ich bereue. Distanzieren kann ich mich nicht, dazu fehlt es mir an Reife. Oder an Selbstreflektion? Oder vielleicht auch an Gleichgültigkeit. Denn der Drang, alles richtig machen zu wollen und von jedem im besten Licht gesehen zu werden, zieht sich durch mein Leben. Notwendig? Wohl kaum. "Man kann es nicht allen recht machen" ist einer von vielen Sprüchen, die ich mir sage, die aber doch nichts bewirken. Ich weiß: Fehler zu machen, Dinge nicht beim ersten Mal richtig anzupacken und einfach mal ins Fettnäpfchen treten, ist vollkommen normal. Wäre ja gruselig, wenn es nicht so wäre. Wenn mal etwas nicht so super läuft, sollte man das Beste daraus machen, aus den (vermeintlichen) Fehlern lernen und sich weiterentwickeln. Wieso also fällt es mir so schwer, das einfach zu akzeptieren und weiterzumachen? Wieso hänge ich an diesen kurzen, kleinen Momenten, die Zweifel in mir an mir hervorrufen? Ich kann mich nicht selbst durchdringen in diesem Fall. Ich kann nur vermuten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich es gerne allen recht mache. Und wenn ich das mal nicht schaffe, verletzt mich das sehr. Dann bin ich von mir selbst enttäuscht und kann mir nur schwer vergeben. Ich ärgere mich gern über mich selbst. Zumindest scheint es so. Jetzt ist es an mir Strategien zu entwickeln, mit denen ich durch solche Situationen steuern kann. Relativieren und reflektieren hilft, ungefragt dessen, ob es eine nützliche Sache ist, die mich tatsächlich weiterbringt.

  • Was ist geschehen?
  • Welche Konsequenzen hatte das Ganze?
  • Wirkt es sich negativ aus? Wenn ja: worauf?
  • Welche weiteren Schritte muss ich deswegen gehen?
  • Was kann ich für mich aus der Sache mitnehmen?

Wenn ich all diese Fragen beatnwortet habe, bin ich meist beruhigter und an dem Punkt, der mir klar macht: War doch gar nicht so schlimm, oder? Bis ich an diesem Punkt bin, ist es allerdings ein längerer Prozess. Doch der erste Schritt zu mehr Mut zum "Scheitern" und mehr Standing in Konfliktsituationen ist; Erkennen, was nicht optimal läuft und Strategien entwickeln, um diese Dinge zu verbessern. Diesen Weg gehe ich jetzt.

0 Kommentare