"Wer nichts isst, kann auch nichts werden"

Das denke ich mir, während ich den Kopf von meinem Schoko-Osterhasen abbeiße. Tschüss Häschen. Tschüss schlechte Laune. Hallo Zuckerschock! "Aber solltest du nicht langsam mal an die Bikinifigur denken?" kommt es in mir auf. Oder ist es Sodbrennen? Naja, ich verwerfe diesen doch sehr komischen Gedanken und arbeite mich zum Häschen-Hals vor. Schmeckt gut, diese Premiumschokolade. Omas Hoffnung hinter diesem Geschenke war wahrscheinlich, dass ich dann dochmal in den Pulli reinwachse, den sie mir geschenkt hat, als ich vier Jahre alt war. Bauchfrei ist ja zum Glück auch wieder trendy. Auch im Trend ist die Vielzahl junger Models, die mit 1% Körperfett von den Magazinen dieser Welt lächeln. Als wollten sie sagen: "Hier, nimm dieses Heft mit. Das kannst du nach dem Lesen auch als Mahlzeit verwenden." Wobei – Stopp! Das wäre ja den neuen Begrifflichkeiten zufolge Skinny-Shaming (das Herziehen über dünne Personen aufgrund ihres Gewichts). Auch nicht ok. Aber was ist heutzutage in Sachen Körperkult noch ok? Ständig sieht man Ideale, ständig hört man aber auch, es gäbe keinen idealen Körper. Ich stelle jetzt mal eine polarisierende Behauptung auf: Doch, es gibt den perfekten Körper. Wie der aussieht? Wenn ich diese Frage beantworten könnte, könnte ich auch beschreiben, wonach Erdbeer-Joghurt schmeckt. Kann ich aber nicht (Sidenote: Er schmeckt definitiv NICHT nach Erdbeere!). Der perfekte Körper ist genau das, was man aus ihm machen will. Fühle ich mich mit drei statt zwei Beinen wohl? Voll ok! Trage ich lieber Perücken statt echter Haare? Voll ok! Möchte ich jedes Muttermal mit einem pinken Post-It versehen? Voll ok! Jeder Mensch, egal welchem konstruierten Geschlecht er sich (nicht) zugehörig fühlt, kann und soll aussehen, wie er/sie/es mag. Wäre doch öde, wenn man durch die Straßen läuft und die ganze Zeit nur Einheitsbrei vorfindet. Das erinnert mich an die Geschichte von Momo und den grauen Männern. Nein, das brauchen wir nun wirklich nicht. Lieber hier ein bisschen bunt, da ein bisschen haarig und dort ein bisschen fettig. Alles auf einmal am liebsten. Inspiration statt Abgrenzung. Große Regenbogen statt Kleingeist. Viel Schokolade essen anstatt nur daran zu denken. Das denke ich, während ich in den Schoko-Popo meines Schoko-Hasens beiße. Der hatte übrigens Zebra-Muster. Ein Hase mit Zebramuster. Mein neues Vorbild.

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Kommentare: 1
  • #1

    Rachel (Mittwoch, 19 April 2017 23:27)

    Ich kann nicht mehr!!! Ich feier dich :D Was ist aus dir geworden, du bist ja doch lustig!
    Dein Topmodel :**