Hickhack

"Et es wie et es" lautet das erste Kölsche Grundgesetz. Falls jemand eine Übersetzung braucht: Es ist wie es ist. Schön, diese Akzeptanz der unveränderbaren Realität und das Hinnehmen eines jeden Übels. Dieser Satz zeigt mir beim Lesen jedes Mal wieder, dass ich definitiv NICHT in Köln aufgewachsen bin. Manchmal fehlt mir etwas von dieser lockeren, freimütigen und sorgenlosen Mentalität.

 

"LKHlasdjflkshrgjklglsjfgllkegjfklö!!" denke ich mir in letzter Zeit recht häufig. Falls jemand eine Übersetzung braucht: Es ist wie es ist und das ist Mist. Wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie es sollten, dann kriechen sie mir unter die Haut. Sie nagen so lange an mir, bis ich meine scheinbare Gleichgültigkeit ablege und innerlich vor Aggression glühe. Mal mehr mal weniger stark. Besonders stark ist das Glühen beim diffusen Richtungswechsel meiner Lebenslagen. Mal hier, mal da, immer wunderbar. Da hat man gerade das Gefühl, das Steuer des kleinen Gebrauchtwagens fest in der Hand zu haben, mit dem man durch die Wege seines ach so spannenden Lebens cruist und dann schallt einem das Navi um die Ohren und zwingt einen zum Umdrehen. Mitten auf der Autobahn. Aber was soll man auch sonst machen? Schließlich gibt das Navi hier die Anweisungen. Das Navi hat die Kontrolle. Oder womöglich nicht das Gerät selbst, sondern die bösartige Seele, die darin wohnt, und mit ihrer einstellbaren Stimme die Richtung angibt.

 

Mehr Metaphorik kann ich gerade nicht, also lieber schön straight: Mich nervt es, wenn Dinge klar zu sein scheinen und dann wieder ins Unklare gezogen werden. Wenn Anweisungen einen erst nach links und dann nach rechts leiten. Da fühlt sich mein innerer Kompass ziemlich verstört. Schon wieder in die Metaphorik abgerutscht. So ein Mist.

 

Was also tun, wenn der eine "Hüh!" und der andere "Hott!" sagt? Beides machen? Nichts machen? Auf jeden Fall das Falsche machen? In einer Welt, in der ziemlich viele widersprüchliche Erwartungen auf einen einprasseln und man tagtäglich den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden muss, fällt es schwer, das Navi stummzuschalten und mal auf die eigene bösartige Stimme zu hören. Obwohl sie vielleicht noch nicht so reif, weise, erfahren und weitere schöne Adjektive ist, so hat sie auh ihre Berechtigung. Und liegt damit manchmal gar nicht so falsch. Also: Keep calm and avoid hickhack. Mach' lieber 'nen Flickflack (Mit dem Reimen sollte ich es wohl auch besser lassen).

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